Netz 1 – Sprungschanzensiedlung

Wie weit ist das Bauprojekt vorangeschritten?

Die Machbarkeitsstudie und die Genehmigungsplanung sind abgeschlossen. Jetzt werden Anträge auf Förderung im Bundesprogramm „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ (BEW), auf dauerhafte Straßennutzung für Leitungen und Erdsonden sowie für die wasserrechtliche Genehmigung gestellt.

Hier geht es zur Präsentation „Sprungschanzensiedlung“, die in unserer Veranstaltung am 15.11.2025 vorgestellt wurde.

Parallel dazu sollen ab Januar 2026 Anschlussverträge mit den Start- und den Standby-Kunden abgeschlossen werden. Startkunden stellen ihre Heizung auf Netzbetrieb mit Wärmepumpe um, sobald das Netz betriebsbereit ist. Standby-Kunden lassen sich zunächst nur den Hausanschluss legen, um eine Wärmepumpe erst zu einem selbstgewählten späteren Zeitpunkt anschließen zu können. Zahlungen der Kunden (siehe unten) werden erst fällig, wenn alle Genehmigungen und die Förderzusage vorliegen und Aufträge für die Ausführungsplanung und den Bau vergeben werden können.

Außerdem ermittelt kliQ-Energie die Potenziale für Quellen von Regenerationswärme. Das können Solarabsorber, auch Solarmatten genannt, oder PVT-Anlagen zum Beispiel auf Dächern und Garagen sein. Für deren Nutzung sind Gestattungsverträge abzuschließen und Dienstbarkeiten in das Grundbuch einzutragen. Die Vertragspartner erhalten von kliQ eine angemessene finanzielle Vergütung.

  • Wollen Sie im ersten Bauabschnitt des kalten Nahwärmenetzes dabei sein?
  • Wollen Sie Start- oder Standbykunde sein?
  • Dann senden sie uns diesen Vordruck ausgefüllt zu.

Die Kosten für das Netz

Welche Investitionskosten wurden im Rahmen der Vorplanung ermittelt?

Im Rahmen der Vorplanung wurde ausgehend von 40 Anschlusskunden im ersten Bauabschnitt eine Investitionssumme von 918.000 € ermittelt (Stand 15.11.2025). Dabei handelt es sich um eine Kostenschätzung, aber wir sind vorsichtig herangegangen, um am Ende möglichst nicht vor höheren Kosten als erwartet zu stehen.

Die einzelnen Bestandteile (ohne MwSt.):

  • Tiefbau (Leitungen)        320.000 €
  • Sondenfelder                  118.000 €
  • Regeneration                  135.000 €
  • Ausführungsplanung      120.000 €
  • Risikoaufschlag              100.000 €
  • Sonstiges                       125.000 €

Der Risikoaufschlag ist ein in dieser Planungsphase üblicher Puffer, mit dem wir etwaige Kostensteigerungen und unvorhergesehene Kosten im Rahmen der Kostenkalkulation auffangen können. Wenn er – ganz oder teilweise – nicht gebraucht wird, kann das Projekt entsprechend günstiger realisiert werden.

Im Posten Sonstiges werden Ausgaben für Gebühren, Eigenkosten von kliQ für Organisation und Baubetreuung sowie der Eigenanteil für die Machbarkeitsstudie zusammengefasst.

Gebaut wird nur für Start- und Standby-Kunden mit Anschlussvertrag, denn wir können nicht „auf Vorrat“ bauen. Wer zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe keinen Anschlussvertrag abgeschlossen hat, muss bis zur Realisierung eines möglichen zweiten Bauabschnitts warten. Beteiligen sich entgegen den Erwartungen weniger als 40 Anschlusskunden am ersten. Bauabschnitt, wird das Bauprogramm entsprechend angepasst, weil wir dann weniger Erdsonden und weniger Regenerationselemente brauchen.

Wie soll die Investitionssumme finanziert werden?

Planungs- und Baukosten werden mit einer Quote von 40% durch BEW-Mittel gefördert, das sind bei der aktuellen Planung 341.000 €.
Die Zahlungen der Anschlusskunden für Hausanschlüsse und Baukostenzuschüsse decken weitere 400.000 €.
Für die restlichen 177.000 € muss ein Kredit mit einer Laufzeit von 20 Jahren aufgenommen werden. Die Kreditsumme wird nach aktuellen Baukosten angepasst. Zum Thema Mitgliederdarlehen siehe weiter unten.

Welche Kosten kommen auf die Anschlusskunden zu?

Einmalig für den Netz-Anschluss in Summe 10.000 € (plus MwSt.)

  • Bei Vorliegen von Baugenehmigung und Förderbescheid zahlen Anschlusskunden vor der Auftragserteilung 3.000 € (plus MwSt.) Baukostenbeitrag für den Hausanschluss und 7.000 € (plus MwSt.) Baukostenzuschuss für das Netz. Bis zu diesem Zeitpunkt besteht ein Rücktrittsrecht von bereits abgeschlossenen Anschlussverträgen.

Laufend für die Dauer von bis zu 20 Jahren:

  • Sobald das Netz betriebsfertig ist, zahlt jeder Anschlusskunde einen Investitionskostenanteil der laufenden Nutzungsgebühren, der mit Ende der auf 20 Jahre angelegten Netzfinanzierungsperiode ausläuft.
  • Möglicherweise können wir einen Tarif ohne Investitionskostenanteil der laufenden Nutzungsgebühren anbieten, in dem die anteilige Restfinanzierung durch einen erhöhten Baukostenzuschuss getragen wird. Nach der oben dargestellten Kostenschätzung wäre dies ein zusätzlicher Baukostenzuschuss in Höhe von 4.425 € (zuzüglich MwSt.). Mit dieser Option können die Anschlusskunden die rechnerisch auf sie entfallenden anteiligen Zinskosten für den Investitionskredit sparen.

Laufend ab Nutzung der Nahwärme

  • Sobald die heimische Wärmepumpe ans Netz geht, kommt ein Betriebskostenanteil der Nutzungskosten hinzu.

Am 17.11.2025 teile die Gewässerschutzbehörde mit, dass nunmehr Erdsonden mit einer Tiefe von etwa 200 Metern genehmigungsfähig seien (hier). Bislang waren es nur 45 Meter. kliQ hatte sich lange für tiefer in den Untergrund reichende Sonden eingesetzt, weil dann weniger Sonden und damit kleinere Sondenfelder erforderlich sind, um ein Projektgebiet zu versorgen. KliQ-Energie prüft derzeit zusammen mit dem beauftragten Ingenieurbüro, welche Auswirkungen diese Änderung für das Pilotprojekt hat.

Die Wärmepumpe

Was ist bei der Wärmepumpe zu beachten?

kliQ-Energie berät die Anschlusskundinnen und -kunden, organisiert den Prozess der Beschaffung und Installation der Wärmepumpen und vermittelt kompetente Fachbetriebe. Dabei sind wir bestrebt, die Kosten durch standardisierte Angebote, koordinierte Aufträge und seriellen Einbau möglichst gering zu halten. kliQ-Energie bietet auch eine Heizlastberechnung (mit Fördermittel-Service) an, um vor Ort zu klären, welche Leistung die Wärmepumpe haben sollte und ob begrenzte Anpassungsmaßnahmen (z.B. Erneuerung der Heizkörper) ratsam sind. Grundsätzlich müssen Wärmepumpen die für den Netzanschluss erforderlichen technischen Anforderungen erfüllen.

Die Kundinnen und Kunden schließen mit dem Fachbetrieb einen Liefer- & Leistungsvertrag ab. Sie beantragen auch die Förderung nach dem Gebäudeenergiegesetz (35%/55%/70%), ggf. mit Unterstützung von kliQ-Energie. Und sie schließen einen eigenen Wärmestromliefervertrag ab oder betreiben die Wärmepumpe über ihren Haushaltsstromanschluss.

Einmalige Kosten für die hauseigene Wärmepumpe

  • Die Kosten für die Wärmepumpe im Keller hängen von den aktuellen Marktbedingungen zum Zeitpunkt des Abschlusses des Liefer- & Leistungsvertrages ab. Wir rechnen derzeit mit ca. 10.000 €, wenn die Wärmepumpe mit 55% nach GEG gefördert wird. Dies ist günstiger als bei anderen Lösungen (zum Beispiel Luftwärmepumpe).

Mitgliederdarlehen

Wofür werden sie benötigt

Zur Realisierung des Pilotprojektes benötigt kliQ Mitgliederdarlehen in zwei Formen:

  • Der langfristige Investitionskredit zur Teilfinanzierung der Investitionskosten soll über langfristige Mitgliederdarlehen mit qualifiziertem Nachrang gedeckt werden. Solche Nachrangkredite sind ein üblicher Weg der Projektfinanzierung von Bürgerenergiegenossenschaften. Sie werden von Banken und Auftragnehmern (Baufirmen) als eigenkapitalähnlich anerkannt, weil sie im Insolvenzfall nachrangig bedient werden.
  • Im Laufe der Projektrealisierung, insbesondere in der Bauphase, entstehen darüber hinaus Zwischenfinanzierungskosten in Höhe von 100.000€ – 275.000€ zur Vorfinanzierung der Fördersumme und eines Teils der Mehrwertsteuer, die in den Rechnungen der Bau- und Planungsfirmen enthalten ist. Den Zwischenfinanzierungsbedarf wollen wir durch kurzfristige Mitgliederdarlehen decken.

Dies ist kein Angebot. Das Vermögenanlagegesetz schreibt vor, dass Mitgliederdarlehen ausschließlich von Mitgliedern aufgenommen und nicht öffentlich werden beworben werden dürfen. Deshalb wird kliQ dafür gesondert auf die Mitglieder zukommen.

Weitere Informationen zum Thema Energie finden Sie hier.