Wie können wir in Zukunft heizen
Unsere Wärme-Versorgung soll diese Ziele erfüllen
- Fossilfrei
- Versorgungs- und Zukunftssicher
- Bezahlbar
- Umsetzbar mit heutiger Technik
- Handhabbar im gesamten Quartier
Die Heizung der Gebäude ist für unser Quartier die größte CO2-Quelle. Wenn wir unsere Ziele schnell erreichen wollen, muss für die bestehenden fossilen Heizungen ein Ersatz gefunden werden, ohne dass wir frieren müssen.
Achtung
Die von der Bundesregierung geplante Neuregelung der Heizungsgesetzgebung wird Änderungen bringen. Das jetzt vorliegende Eckpunktepapier betrifft unsere Beschreibungen vor allem bezüglich dieser Themen:
- Heizen mit Gas – sollte es so kommen wie im Eckpunktepapier beschrieben, müssen neu eingebaute Gasheizungen ab 2029 mit einem Anteil von zunächst 10 % erneuerbarer Energie betrieben werden, mit steigender Tendenz durch die sogenannte „Bio-Treppe“. Dadurch wird der Gaspreis in den nächsten Jahren wohl noch stärker ansteigen als bisher angenommen.
- Die Förderung von Wärmepumpen – sie soll nach dem Eckpunktepapier bis 2029 bestehen bleiben – wie es danach weitergehen wird, ist jedoch offen.
- Die Förderung für den Bau von Nahwärmenetzen – sie soll sogar ausgebaut werden. Damit bleibt die Grundlage für die kliQ-Heizlösungen erhalten, zumindest bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode.
Wir warten mit der Überarbeitung unserer Informationen auf dieser Seite die endgültige gesetzliche Regelung ab, da im Gesetzgebungsverfahren mit Änderungen zu rechnen ist“
Welches sind die wichtigsten Regelungen und zeitlichen Vorgaben?
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In Bestandsgebäuden müssen zunächst keine Heizungen ausgetauscht werden, wenn die Heizung funktioniert oder sich reparieren lässt.
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Für die weitere Planung des Heizens ist das Vorliegen eines kommunalen Wärmeplanes maßgeblich. Dieser muss in Berlin bis zum 30.6.2026 erstellt werden.
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Nach Vorliegen des Wärmeplanes muss bei einem Austausch der Heizung mindestens mit 65% erneuerbaren Energien geheizt werden.
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Für die Zwischenzeit vom 01.01.24 bis zum 30.6.26 gelten Sonderregelungen für den Heizungstausch. Wichtig ist hier, dass Auflagen davon abhängig sind, ob ein Anschluss an ein Wärmenetz geplant ist.
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Für die Umrüstung der Heizung ist eine Förderung bis zu 70% der Investitionskosten möglich.
Genauere Informationen:
- Was bei einem Heizungstausch zu beachten ist und wie der Weg zum Heizen mit 65% erneuerbaren Energien aussieht hat das Umweltbundesamt (UBA) in einem Schaubild dargestellt.
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Welche Konditionen für die Förderung beim Heizungstausch bestehen und welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind, ist auf dieser Seite beschrieben Bundesregierung: Förderung nach Gebäudeenergiegesetz -> . Über genaue Förderbedingungen informiert auch die KfW, zum Beispiel über Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude
Was bedeutet das für unser Quartier?
Die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) lassen dafür erkennbar nur eingeschränkte Möglichkeiten zu.
Der Heizungstausch ist immer von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Dabei sind die zulässigen Möglichkeiten zu beachten und ebenso die Möglichkeiten der Förderung und die dafür erforderlichen Voraussetzungen (siehe oben). Fachliche Beratung ist zu empfehlen. Wir stellen hier eine Auswahl von Möglichkeiten von Heizmöglichkeiten vor.
Wie können Sie in Zukunft heizen?
Anschluss an das genossenschaftliches Nahwärmenetz
Unsere Wärmequelle liegt zuverlässig und krisensicher vor unseren Füßen: Erdwärme.
Die Chance für unsere Nachbarschaft, unsere Heiz-Zukunft auf Dauer gemeinschaftlich und zugleich klimafreundlich zu lösen!
Wärmequelle sind Erdsonden oder eine Brunnenlösung. Das im Erdreich erwärmte Wasser wird durch ungedämmte langlebige Leitungen zu den Häuser geleitet. In jedem Haus befindet sich im Keller eine Wärmepumpe, die für die benötigte Temperatur sorgt. Wer zum Beispiel seine alte Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, wird keinen zusätzlichen Platz benötigen.
Als Faustformel gilt: Für den Betrieb der Wärmepumpe im Keller, einer sogenannten Wasser-Wasser-Wärmepumpe, können mit 1 kW Strom ca. 4,5 kW Wärme erzeugt werden. Zum Vergleich: eine Luftwärmepumpe im Garten kann mit 1 kW Strom nur ca. 3 kW Wärme erzeugen. Damit rechnet sich ein Nahwärmenetz trotz der höheren Anschaffungskosten über die Jahre.
Wie funktioniert ein kaltes Nahwärmenetz ->
Warum Erdsonden und Leitungen im Straßenland ->
=> Diese Lösung erfüllt alle Ziele der Genossenschaft kliQ-Berlin und wird daher unseren Nachbarinnen und Nachbarn als Chance angeboten, für ihre Heiz-Zukunft eine dauerhafte Lösung zu haben.
Den Weg zum Anschluss an ein kaltes Nahwärmenetz beschreiben wir hier.
Habe Sie einen Anschluss-Wunsch, senden Sie uns bitte das ausgefüllte Kundenwunsch-Formular.
Eigene Gas-Heizung
Für den Anteil von erneuerbaren Brennstoffen im Gas-Tarif ist neben Wasserstoff auch Bioerdgas möglich. Dafür entstehen jedoch sehr viel höhere Kosten als für Erdgas. Auf die Kosten wird sich die möglicherweise steigende Nachfrage auswirken. Der Verfügbarkeit von Bioerdgas können zudem Grenzen gesetzt zu sein.
Zu beachten ist auch die Entwicklung der zu zahlenden Netzentgelte, die bei zunehmend sinkender Zahl der Gas-Anschlusskunden deutlich steigen werden.
Insgesamt ist also mit deutlich steigenden Kosten für das Heizen mit Gas zu rechnen.
Wie funktioniert das Heizen mit Wasserstoff ->
Wie sieht die bisherige Regelung des GEG aus? ->
=> Damit erscheint diese Lösung nicht zukunftssicher, die zukünftigen Betriebskosten äußerst schlecht vorhersehbar und erfüllt nicht unser Ziel zeitnah fossilfrei zu heizen.
Individuelle Nutzung von Erdwärme
Wärmepumpen zur Nutzung von Erdwärme können individuell in jedem Haus installiert werden, dazu gibt es einige Beispiele im Quartier. Bei der Errichtung und Installation gibt es aber in vielen Fällen erhebliche Probleme mit der engen Reihenhausbebauung. Außerdem ist es trotz Förderung eine vergleichsweise teure Lösung.
Was alles zu beachten ist beschreiben wir unter den beiden folgenden Links:
Wie funktioniert die individuelle Nutzung von Erdwärme ->
Woran ist bei Erdwärme-Bohrungen zu denken ->
Beispiel im Quartier: Wärme aus dem Boden ->
=> Diese Lösung erfüllt zwar alle Ziele der Genossenschaft kliQ-Berlin eG, kann aber wegen der umfangreichen individuellen Anforderungen von kliQ-Berlin eG nicht unterstützt werden.
Individueller Fernwärme-Anschluss
Ein Anschluss von Einfamilienhäusern an das bestehende Fernwärmenetz wird von Vattenfall zur Zeit abgelehnt.
Wie funktioniert das Heizen mit Fernwärme ->
=> Damit ist diese Lösung als individuelle Lösung nicht umsetzbar.
Individuelle Luftwärmepumpe
Wärmepumpen zur Nutzung von Luftwärme können individuell installiert werden.
Verfügbar sind grundsätzlich 3 technische Lösungen:
- Monoblock im Keller (im Bestandsbau eher ungeeignet)
- Split-Anlage (1 Gerät im Garten und 1 Gerät im Keller)
- Monoblock im Garten
Geräte im Garten benötigen ausreichend viel Platz (Sicherheitsabstand zu Hausöffnungen, gut umlüftet und windgeschützt, ausreichender Abstand zu Wegflächen). Das Fundament und die Zuleitungen zum Haus müssen wurzelfrei sein. Nicht zu vergessen: die Geräusche und die dafür erforderliche Akzeptanz der Nachbarschaft.
Bei allen Lösungen mit Geräten im Garten sollten diese möglichst nah am Haus stehen, da längere Leitungen höhere Wärmeverluste und höhere Kosten zur Folge haben.
Mit dem Strom, der für den Betrieb der Luftwärmepumpe benötigt wird, können mit 1 kW Strom ca. 3 kW Wärme erzeugt werden. Zum Vergleich: Die für den Anschluss an das genossenschaftliche Nahwärmenetz benötigte Wärmepumpe im Keller kann mit 1 kW Strom sogar ca. 4,5 kW Wärme erzeugen. Das wirkt sich über die Jahre erheblich aus.
Wie funktioniert das Heizen mit Luftwärmepumpe ->
Welche Geräte-Varianten gibt es? ->
=> Die Lösung kommt in Betracht wenn ein Anschluss an das genossenschaftliche Nahwärmenetz nicht möglich ist oder ein Heizungsaustausch notwendig wird, bevor das genossenschaftliche Nahwärmenetz betriebsbereit ist.
Holz-Ofenheizung
Das Heizen mit einem Kamin-Ofen kann in der Regel nur einen Raum erwärmen und daher nur eine Zusatz-Heizquelle darstellen. Ofen-Heizungen, die das gesamte Haus heizen sollen, sind sehr aufwändig und erfordern einen umfangreichen Umbau der Heiz-Anlage.
Zu lösen ist in jedem Fall die Frage der sicheren Lagerung/Vorratshaltung für Scheite, Häcksel, Pellets. Pellets und Häcksel können in der Regel nur im Keller gelagert werden, wofür ausreichend Platz benötigt wird.
Die Verbrennung setzt neben Ruß auch Staub frei, was die nähere Nachbarschaft belastet. Den damit verbundenen Problemen sollte mit Einbau und Betrieb eines zusätzlichen Partikel-Filters begegnet werden: https://kliq-berlin.de/partikelfilter-fuer-kaminoefen/
Auch das gebundene CO2 wird wieder freigesetzt, was besser gebunden bliebe, statt als Treibhausgas in der Atmosphäre zu sein. Fraglich ist auch, ob das verwendete Brennholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
Der Betrieb des Ofens bedingt die Einhaltung der Abgasvorschriften und hat deshalb regelmäßige Besuche vom Schornsteinfeger zur Folge.
=> Diese Lösung erscheint nicht zielführend.
Strom-Ofenheizung
Heizen mit Strom ist machbar, Strom ist jedoch die teuerste Energie-Quelle. Soll sie doch für eine Umstieg genutzt werden, ist zu klären, ob die Leistung des Strom-Anschlusses ausreicht und eine Erweiterung vom Stromnetzbetreiber mit Blick auf die verfügbaren Netz-Kapazitäten zugelassen wird.
=> Diese Lösung erscheint nicht zielführend.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten: