Mittwoch, 24.4.2026, 19:00 Uhr, Kieztreff in der Frisierkunst

Lola Jaerschky (1902–1991) war Lehrerin an der Rudolf-Steiner-Schule in Berlin-Dahlem und Eurythmistin. Zeit ihres Lebens engagierte sie sich in der anthroposophischen Bewegung und trat als Autorin und Herausgeberin hervor. Als sogenannte “Halbjüdin” entschied sie sich im Jahr 1934, die Schule aus freien Stücken zu verlassen, um die Existenz der Freien Waldorfschule unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht zusätzlich zu belasten. Im Jahr 1941 wurde sie “wegen Gefährdung der inneren Front” festgenommen und “bis auf Weiteres” inhaftiert. Sie verbrachte mehrere Wochen im berüchtigten Gestapo-Gefängnis am Alexanderplatz, bevor sie ins KZ Ravensbrück überführt wurde. Glückliche Umstände führten dazu, dass sie in Freiheit kam und ab 1944 bis zum Ende der Gewaltherrschaft zusammen mit ihrer Mutter von Gertrud und Anna Schoenberner im Deisterpfad 31 in Berlin-Zehlendorf versteckt gehalten wurde. Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem hat die Schoenberners nach ihrem Tod als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt – als zwei von nur etwas mehr als 650 Deutschen. Die Auszeichnung erfolgte am 27. August 1997.

https://www.erzaehlverlag.de/2025/06/13/lola-jaerschky-erlebnisse-aus-ihrer-h%C3%A4ftlingszeit/