Nein, nicht die technischen Fragen beim Bau eines Nahwärmenetzes. Es gibt bereits ausreichend viele kalte Nahwärmenetze und damit umfassende Erfahrungen zum Bau und zum Betrieb solcher Netze. Nur wurden diese Netze in Neubaugebieten errichtet und nicht, wie bei uns, mit Leitungen und Erdsonden im öffentlichen Straßenland. Genau darin liegt die Herausforderung, denn die bestehenden Regelungen sind bisher darauf nicht zugeschnitten.

Geregelt ist im Straßenrecht zum Beispiel, wie zu verfahren ist, wenn ein Restaurantbesitzer Tische und Stühle vor seine Tür stellt. Das findet auf der Straße statt, wir wollen aber mit Leitungen und Erdsonden unter die Straße. Welche Regelungen des Straßengesetzes sind für das Genehmigungsverfahren anzuwenden, welche Auflagen sind zu erteilen, welche Gebühren sind womöglich zu erheben? Das erfordert gründliche Interessenabwägungen. Zuständig ist das Bezirksamt, das aber Vorgaben der Senatsverwaltung zu beachten hat. An diesen Vorgaben und der Genehmigung für unser Pilotnetz in der Sprungschanzensiedlung wird zurzeit noch gearbeitet.

Wenn das geregelt ist, geht es weiter, im Untergrund, wo die Sonden stehen und die Leitungen verlaufen sollen. Das berührt Fragen des Grundwasserschutzes und zum Beispiel der Kleinstlebewesen im Untergrund. Zuständig für das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren ist die Wasserbehörde. Regelungen gibt es bereits für die bisher erlaubten Bohrtiefen, nur können und werden wir jetzt tiefer bohren. Auch das ist Neuland und entsprechend müssen Vorgaben festgelegt werden, die bei der Auswertung der Messungen aus der Probebohrung zu beachten sind. Auch das wird zurzeit erarbeitet, weshalb wir heute noch keine Ergebnisse der Messungen aus unserer Probebohrung vom Juli verkünden können.

Alles nicht so einfach, aber es ist ja auch das erste Mal, das so etwas gemacht wird – und wir sind die Ersten, die es machen wollen. Also echte Pionierarbeit für alle, die daran beteiligt sind. Wenn dann alles einmal gründlich geklärt ist, kann diese Vorarbeit für viele weitere Nahwärmenetze genutzt werden. Darauf warten viele, auch in unserem kliQ-Gebiet. Denn wir alle haben ein Ziel für unser Heizen in der Zukunft: fossilfrei, versorgungs- und zukunftssicher.

Am 31.10.2026 wollen wir ab 16 Uhr im Gemeindesaal der Emmaus-Gemeinde über den Stand der Entwicklungen berichten und über die Perspektiven, die sich für das weitere Vorgehen ergeben.