15. Juli 2026, bestes Wetter, viele viele Menschen aus der Nachbarschaft und die Stimmung ist ganz toll. Sekt gibt es und natürlich Orangesaft, ein Nachbar hat eine große Schüssel mit leckeren Erdbeeren spendiert. Nicht nur die Kleinen sind begeistert von dem großen Bohrgerät, dass viel Schlamm sprudeln lässt, während sich der Bohrer Meter um Meter in die Tiefe arbeitet (Bild 1).

 

2026-07 Neue Seite für Energie Aktuelles - Bild 0 B750xH919.jpg

Bild 1: Bohrgerät für 200 m Tiefe

Denn da wollen wir hin: Bis zu 200 Meter Tiefe sind uns nun erlaubt, viel mehr als die bisher möglichen 45 Meter; wir werden nun mit viel weniger Bohrungen auskommen als vorher geplant waren. Was das für uns bedeutet, zeigt Bild 2.

Natürlich wollten wir den Anlass gemeinsam feiern. Auch, weil wir lange auf die Genehmigung für diese vorgeschriebene neue Probebohrung gewartet haben. Aber vor allem, weil das der nächste große Meilenstein ist. Und Meilenstein ist ganz passend, denn wir haben auf dem Weg zum Bau unseres ersten Netzes schon ein sehr großes Stück zurückgelegt. Unser Ziel ist, 2027 das erste Netz im kliQ-Gebiet zu bauen.

Wir alle können stolz sein. Denn wir haben den Mut, gemeinsam neue Wege für unser Heizen zu gehen. Lange stehen wir an diesem Abend zusammen und sind nicht nur von dem Schauspiel der Bohrung begeistert, sondern auch von unserem gemeinsamen Erfolg.

2026-07 Neue Seite für Energie Aktuelles - Bild 1 B750xF422.jpg

Bild 2: Anzahl der Bohrungen bei verschiedenen Bohrtiefen

 

16. Juli 2026, die Bohrung geht weiter. Immer noch bestes Wetter und auch wieder einige Schaulustige. Aber auch einige „Schaupflichtige“. Ein Geologe, der überwachen muss, dass die Bohrung keine Schichten beschädigt, die das Trinkwasser gefährden könnten. Und eine Mitarbeiterin der Wasserschutzbehörde, die ebenfalls sorgfältig das Geschehen beobachtet, schließlich ist das eine der ersten 200-Meter-Bohrungen in Berlin, also auch für das Land Berlin ein Lehrstück, was demnächst an Bauanträgen kommen kann.

Am Rand der Baustelle liegen auf einer Unterlage fein säuberlich in Reihen kleine Häufchen (siehe Bild 3). Das sind die Bodenproben, die der Bohrführer mit jedem Einsetzen weiteren Bohrgestänges genommen hat. Das entspricht immer 3 Metern. Nanu, nach viele Sandhäufchen eine Reihe dunkler Häufchen. Das ist Braunkohle! Im Berliner Untergrund gibt es immer wieder kleine Braunkohleflöze. Für uns ist das kein Problem, für das Gewicht großer Bauten allerdings schon, weil sie als Untergrund nicht stabil genug sind.

Am späten Nachmittag ist die kritische Ruppelton-Schicht in 176 Meter Tiefe erreicht. Das reicht für uns vollkommen aus und bringt viel mehr, als nur 45 Meter zu bohren. Nach der geophysikalischen Messung wird am Abend die Leitungsschleife in das Bohrloch eingeführt und danach einbetoniert – ein großer Erfolg. Ein Wochenende später wird die vorgeschriebenen 72-Stunden-Messung durchgeführt. Mit den Messergebnissen geht es dann mit der technischen Planung des Netzes weiter, auf dem Weg zum nächsten Meilenstein.

2026-07 Neue Seite für Energie Aktuelles - Bild 2 B750xH295.jpg

Bild 3: Bodenproben