Die Ereignisse überschlagen sich.

  1. Genehmigt werden nun deutlich größere Bohrtiefen für Erdsonden.

Unmittelbar nach der Info-Veranstaltung zu unseren Nahwärmenetz-Planungen erreicht uns die folgende Meldung der Senatsverwaltung:

 „Berlin erweitert die Bohrtiefe in der Oberflächennahen Geothermie“.

Erdwärmesonden in der Oberflächennahen Geothermie dürfen in Berlin jetzt tiefer als bislang gebohrt werden – nach vorheriger wasserbehördlicher Zulassung. Die bisherige Begrenzung auf 100 m Tiefe wird damit aufgehoben. Dank der intensiven Arbeit der Landesgeologie und der Wasserbehörde wurden die Grundlagen dafür geschaffen. Durch die Änderung des Bundesberggesetzes unterliegt die Nutzung der Oberflächennahen Geothermie bis 400 m Tiefe nicht mehr dem Bergrecht. Mit diesem wichtigen Schritt wird der Bedeutung der Oberflächennahen Geothermie als Baustein der Wärmewende Rechnung getragen.

Aus Grundwasserschutzgründen erfolgte die Festlegung der maximalen Bohrtiefe in der Oberflächennahen Geothermie auf die Oberkante des Rupeltons. Der tertiäre Rupelton ist die hydraulisch wirksame Barriere zwischen dem Süßwasserstockwerk, aus dem das Grundwasser für die öffentliche Trinkwasserversorgung entnommen wird, und den darunterliegenden Salzwasser führenden Schichten. Diese schützende Barriere darf nicht beeinträchtigt werden, um die Versorgungssicherheit der Berliner Bevölkerung mit Trinkwasser nachhaltig zu gewährleisten.“

Dafür hatte kliQ lange gekämpft, denn tiefer ins Erdreich hineinreichende Erdsonden haben eine größere Erdwärmeausbeute. Dadurch kann ein Projektgebiet mit weniger Sonden versorgt werden, so dass kleinere Sondenfelder und damit geringere Eingriffe in den Straßenraum nötig sind. Nun sind im kliQ-Gebiet Erdsonden mit einer Tiefe von ca. 200 Metern genehmigungsfähig.

Dieser Durchbruch in der wasserrechtlichen Genehmigungspraxis wird kurzfristig in die abschließenden Arbeiten der Planungsstudie Weserberglandsiedlung aufgenommen und erhöht die Realisierungschancen eines kalten Nahwärmenetzes in Teilen dieser Siedlung.  

Für das Pilotprojekt Sprungschanzensiedlung prüft KliQ-Energie derzeit zusammen mit dem beauftragten Ingenieurbüro, ob eine entsprechende Planungsänderung sinnvoll ist. Allerdings müsste dazu eine weitere Probebohrung mit neuer Technik in der nun zugelassenen Tiefe erfolgen.