Netz 2 – Weserberglandsiedlung

Wie weit ist das Bauprojekt vorangeschritten?

Die Vorstudien für den Bau von Netz 2 sind erfolgreich abgeschlossen. Im Ergebnis soll zunächst im Eggepfad ein kaltes Nahwärmenetz gebaut werden. Speziell hier ist ein sehr hohes Anschlussinteresse (über 50 %) vorhanden.
Allerdings wurde die bisherige BENE2-Förderung von der Landespolitik gestoppt. Daher müssen wir auf eine BEW*-Förderung für Netz 2 umschwenken. Die BEW-Förderung setzt aber einen Entwurfsplan und eine Kostenberechnung voraus. Für das Erstellen dieser Unterlagen liegen kliQ bereits Angebote von Planern vor. Mit den Ergebnissen können dann die BEW-Fördermittelanträge gestellt werden.
Mit einem ersten Abschlag auf den Baukostenzuschuss ist die noch ausstehende Entwurfsplanung finanzierbar. Mit Fertigstellung des Entwurfsplans kann der Förderantrag für die Genehmigungsplanung folgen. Kurz danach kann auch schon der Förderantrag für den eigentlichen Netzbau eingereicht werden.

Die nächsten Schritte

  • April 2026: Einwerben von mindestens 20 Netzanschlussverträgen
  • Danach: Zahlung 600 €* Baukostenzuschuss und Erstellung der Entwurfsplanung
  • Danach: Stellen der Förderanträge
  • Sommer 2026: Zahlung 1.400 € (brutto) Baukostenzuschuss für die Genehmigungsplanung einschließlich der Probebohrung
  • Herbst 2026: Abschluss der Genehmigungsplanung
  • Frühjahr 2027: Nach Eingang des Förderbescheids und der Genehmigung, Zahlung von 10.000 € (brutto) für Baukostenzuschuss und Hausanschluss
  • Sommer 2027: Ausführungsplanung und Bau
  • Herbst 2027: Netzstart und Einbau der Wärmepumpen

 

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Was haben die Vorstudien ergeben?

Die Ergebnisse entsprechen nicht ganz den ursprünglichen Erwartungen. Einige Varianten haben sich als nicht so gut umsetzbar oder ertragreich erwiesen wie ursprünglich angenommen. Die Studie zeigt aber, dass Wärmenetze in weiten Teilen der Weserberglandsiedlung realisierbar sind.
Die Variante „Kaltes Nahwärmenetz mit Grundwasserbrunnen“ würde eine gesicherte Versorgung für das gesamte Weserberglandgebiet einschließlich der Häuser im Wasserschutzgebiet bieten. Zudem wäre die Abhängigkeit von dem Eigentümer der Privatstraßen (Vonovia) weitgehend oder sogar vollständig auf Durchleitungsrechte begrenzt. Aufgrund der hohen Anfangsinvestitionen in einen Grundwasserbrunnen mit Wasseraufbereitung würde die Umsetzung dieser Variante jedoch bereits zu Beginn eine hohe Anzahl von Anschlusswilligen voraussetzen. Der entscheidende Nachteil für diese Variante liegt aber in den möglicherweise hohen Kosten für die Grundwasseraufbereitung. Im schlimmsten Fall kann diese Lösung sehr teuer werden. Um das zu klären, müssten weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Somit konzentrierte sich die Studie vertiefend zunächst auf die je nach Lage dort kurzfristig umsetzbaren Varianten:
Für die Häuser im Eggepfad wird aufgrund der hohen „Wärmedichte“ durch kleine Grundstücke und viele Reihenhäuser als beste Variante ein „Kaltes-Nahwärmenetz mit Erdsonden“ empfohlen. Im Rahmen der Studie wurde bereits mit Vorarbeiten für die Genehmigungsplanung begonnen.
Inzwischen hat die Gewässerschutzbehörde auch mitgeteilt, dass nunmehr Erdsonden bis zu einer Tiefe von etwa 200 Metern genehmigungsfähig seien; bislang waren es nur 45 Meter. kliQ hatte sich lange für tiefer in den Untergrund reichende Sonden eingesetzt, weil dann weniger Sonden und damit kleinere Sondenfelder erforderlich sind, um ein Projektgebiet zu versorgen. Dieser Durchbruch in der wasserrechtlichen Genehmigungspraxis wird kurzfristig in die abschließenden Planungen aufgenommen und erhöht die Realisierungschancen.

Und was ist mit den anderen Teilen der Weserberglandsiedlung?

Für die Häuser im Deisterpfad wird aufgrund der hohen „Wärmedichte“ durch kleine Grundstücke und viele Reihenhäuser als beste Variante ein „Kaltes-Nahwärmenetz mit Erdsonden“ empfohlen.

Für die Straßen, die weitgehend innerhalb des Wasserschutzgebietes liegen – Ithweg, Hilssteig, Süntelsteig – wird als beste Variante der Einbau dezentraler Einzel-Luft-Wärmepumpe empfohlen, solange eine Brunnennetz-Lösung nicht realistisch ist. Hier sind wegen des Wasserschutzgebietes keine Erdsonden erlaubt und gleichzeitig ist eine Netzlösung aufgrund der niedrigeren „Wärmedichte“ durch größere Grundstücke und weniger dichte Bebauung teurer.

Für die Häuser an den Straßenzügen Onkel Tom Straße und Quermatenweg lässt die Studie noch offen, ob sich dort am Ende eher Netzlösungen oder Einzel-Haus-Lösungen lohnen werden.

Die Anwohnerinnen und Anwohner der Weserberglandsiedlung, aber auch alle anderen Interessierten, können sich anhand der Machbarkeitsstudie eine eigene Meinung bilden, welche Lösung sie präferieren würden. Für vertiefende Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre kliQ-Nachbarn in Ihrem Kiez oder nehmen an Nachbarschaftstreffen teil. 

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